Mein Lebenswerk ist endlich fertig
Firmengründer von Chocolatier Goossens veröffentlicht seinen eigenen “De Chocolade Codex“
Das Unternehmen existiert bereits seit 50 Jahren: ein Grund zum Feiern. René Goossens, der Gründer von Chocolatier Goossens, veröffentlicht nun seinen eigenen “Chocolade Codex“. „Drei Jahre lang habe ich daran gearbeitet.“ Ein Gespräch mit dem Urgestein der Chocolatierskunst und seinem Sohn Erik. Für uns ist jetzt Hochsaison, und das wird bis Ende des Jahres auch so bleiben”, so René Goossens.
Drei Wochen vor dem Nikolausfest herrscht bei der Schokoladenmanufaktur Chocolatier Goossens hektische Betriebsamkeit. Der Firmengründer und Schokoladenexperte René Goossens steht kurz vor der Veröffentlichung seines Lebenswerks, des „ De Chocolade Codex“, im Verlag Davidsfonds. Und hinter den Kulissen sind die Arbeiten an den letzten Schoko-Nikolausen, Marzipanfrüchten und Schokoladentalern in vollem Gange. „Für uns ist jetzt Hochsaison, und das wird bis Ende des Jahres auch so bleiben“, so René Goossens. Er hält sein Buch fest in der Hand. „Drei Jahre lang habe ich daran gearbeitet, tagaus und tagein. Das ist mein Lebenswerk, das Sahnehäubchen auf meiner Laufbahn, ein ganzes Buch, nur über Schokolade. Zwischen historischen Fakten und sonstigen Informationen gibt es immer wieder Rezepte.“ Sein Sohn Erik, der vor 17 Jahren den Betrieb übernommen hat, blickt seinen Vater voller Stolz an. „Ich habe in diesem Fall nichts damit zu tun. Nur bei den Fotos und in kommerziellen Angelegenheiten habe ich ihn beraten. Sonst nichts.“ In dem Buch finden sich auch verführerische Schokoladenmenüs. Ein Rezept für den perfekten Schoko-Nikolaus ist aber nicht darin enthalten. „Mit der richtigen Schokolade und einer guten Form kann im Prinzip jeder selbst so ein Kerlchen machen, aber wenn nicht die richtige Temperatur gehalten wird, fällt das Ganze schnell in sich zusammen.“ Schokolade zu machen ist eben eine Kunst für sich. Ganz deutlich wird das beim Gießen der Pralinen und der Figuren in der Werkstatt hinter dem Laden in der Isabellalei in Antwerpen. Neun Mitarbeiter sind hier derzeit in Vollzeit beschäftigt; in weniger hektischen Zeiten sind es immerhin vier.
Ein Nikolaus auf dem Motorrad
Erik Goossens: „Wir haben jetzt zusätzliche Mitarbeiter eingestellt, damit wir die vielen Bestellungen erledigen können. Drei bis fünf Wochen vor Nikolaus bestellen Firmen und Privatleute insgesamt zwei Tonnen Schokolade. Weil bei uns alles noch von Hand gemacht wird, können wir nur 20 Kilo pro Tag verarbeiten. Danach werden dann alle Augen, Hüte und Hosen gesondert aufgespritzt. Außerdem wird alles in zwei Schichten gegossen, damit das Ganze extra knackig wird.“ Klare Trends gibt es bei den Nikolausen nicht. „Wir haben tausend verschiedene Gusseisenformen, können also viel machen. Aber die Wünsche der Leute sind recht bodenständig. Bestellt werden vor allem traditionelle Nikolause und seine Helfer, die „schwarzen Pieten“, aus Schokolade. Manche Unternehmen haben Sonderwünsche. Banken bestellen manchmal einen Sack mit Schokoladentalern. Und in den vergangenen Jahren wird häufiger ein Nikolaus auf dem Motorrad statt auf einem Pferd bestellt. Auch die Schokoladensorten sind immer die gleichen: weiße Schokolade, Vollmilch und Fondant: bekannt und bewährt. Übrigens verwenden wir immer noch eine spezielle Schokoladenmischung von Callebaut, die sonst keiner hat.“ Der Höhepunkt des Jahres ist das Nikolausfest für Chocolatier Goossens aber nicht. „Ostern ist noch wichtiger. Allgemein haben wir den Eindruck, dass die Nachfrage stagniert und die Traditionen langsam verschwinden. Aber es ist natürlich auch möglich, dass die Eltern lieber im Supermarkt billigeres und weniger leckeres Naschzeug kaufen.“ Sein eigener Sohn, der inzwischen viereinhalb Jahre alt ist, bekommt natürlich nur das Allerbeste. „Er ist süchtig nach Schokolade. In dieser Zeit müssen wir besonders gut auf ihn aufpassen.“
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